09 | 10 MAGDEBURG | HALLE

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COMMUNITY

••• NORD GEGEN SÜD Fünfhundert Jahre nach Martin Luther geht erneut ein tiefer Riss durch Sachsen-Anhalt: Nach der Kirchenspaltung steht nun offenbar auch die Spaltung des Landesverbands der Aidshilfen kurz bevor. So würde der AIDS-Hilfe Magdeburg e. V. zusammen mit der AIDS-Hilfe Stendal e. V. demnächst die Nordhälfte des Landes zugeschlagen, während die AIDS-Hilfe Halle e. V. im Süden berät, betreut und informiert, berichteten Insider.    weiterlesen... ••• ALLE VIER ZUSAMMEN Nachdem das schwul-lesbische Straßenfest in Halle acht Jahre lang allein durch das BBZ „lebensart“ e. V. ausgerichtet wurde, haben sich 2009 auch die anderen drei queeren Vereine der Stadt – Saaleperlen, AIDS-Hilfe Halle und FZ Weiberwirtschaft –, die zuvor immer nur mit Ständen dabei waren, im Organisationsteam dazugesellt. Seitdem heißt die Veranstaltung CSD Halle und feiert demzufolge in diesem Jahr ihr Zehnjähriges. Halle: Schönes Fenster, ••• LEERE KASSE Was Hetero-Hallensern von außen jahrelang wie ein Café oder eine Galerie vorkam, ist nun endlich als schwul-lesbisches Beratungs- und Begegnungszentrum „lebensart“ e. V. erkennbar, denn auf dem Schaufenster wurden dank Sponsorings durch ein Altersheim endlich erläuternde Schriftzüge aufgeklebt. Glücklich sind Norbert und Co. trotzdem nicht, denn die Fördergelder durch die Stadt seien um dreißig Prozent gekürzt worden. •Martin Bach/blu Dresden | Leipzig


KONTROVERS

BAUAMT ERKLÄRT SCHORRE DEN KRIEG

Seien es die Akustik des ehemaligen Konzerthauses, die Qualität der DJs, die Präventionsteams, Gogos, Artisten oder auch Auftritte von Stars wie Rosenstolz, den Weather Girls oder Marianne Rosenberg: Die Party GaySchorre war aus gutem Grund für lange Zeit konkurrenzlos in ganz Mitteldeutschland. Die erste schwule Party in der EasySchorre – damals noch FDJ-Jugendklub Philipp Müller –, die der Arbeitskreis Homosexualität der Evangelischen Stadtmission Halle im Juni 1989 ausrichtete, wuchs und zog nach dem Umbau des Klubhauses zu einer Großraum-Diskothek vor allem an Feiertagen jeweils bis zu 1.400 Partygäste aus der Region an. Jetzt wird wieder gebaut und ursprünglich war die Wiedereröffnung bereits für März geplant – daraus wurde aber nichts. Wir fragten bei Bauleiter und GaySchorre-Veranstaltungsmanager Uwe Helm nach dem neuesten Stand der Dinge und begleiteten ihn auf einen Rundgang über die Disko-Baustelle. „Eigentlich gehört die Schorre der Stadt“, erklärt er, aber da die kein Geld hätte, blieben die Kosten der vorgeschriebenen Umbauarbeiten am Betreiber hängen, wenn der Standort weiterleben soll. Er ärgert sich über das Bauamt, denn nach der Umsetzung von Brandschutz-, Lüftungs- und Evakuierungs-Baumaßnahmen seien erst im März noch weitere Vorgaben wie eine Feuermelder- und Entrauchungsanlage hinzugekommen, weshalb alle Pläne neu ausgearbeitet werden mussten und weitere vier Monate beim Bauamt auf eine Genehmigung warteten. Uwe Helm ist sich sicher: Nur weil hinter der Schorre Veranstaltungs GmbH mit der Firma ESG einer der größten deutschen Getränke-Großhändler steht, hat ihr die Schließungszeit von inzwischen fast einem Jahr nicht das Genick gebrochen. Die Wiedereröffnung ist nun für diesen Herbst angesetzt. Über Termine und Frequenz der ersten schwulen Veranstaltungen wird derzeit noch intern verhandelt, aber es sei angedacht, sie künftig als Highlights in größeren Abständen als bisher auszurichten. •Martin Bach/blu Dresden | Leipzig

WWW.GAYSCHORRE.DE

 

NACHGEFRAGT

GAYROMEO ZUM ANFASSEN

MODEL-CONTEST,  TRANSEN-CASTING, MEN-ONLY-VERANSTALTUNGEN UND DIE OFFIZIELLEN CSD-PARTYS. IM BOYS´N´BEATS WIRD JEDEN MITTWOCH BIS SAMSTAG GAYROMEO LEBENDIG. WIR TRAFEN UNS MIT INHABER SEBASTIAN EBELING. •Martin Bach/blu Dresden | Leipzig

DAS BOYS’N’BEATS IST ZURZEIT OSTDEUTSCHLANDWEIT DIE EINZIGE SCHWULE DISKOTHEK AUSSERHALB BERLINS. WARUM IST SOWAS NUR IN MAGDEBURG MÖGLICH?
Möglich ist es das auch woanders, aber entscheidend für das Boys’n’Beats ist, denke ich, unser Grundkonzept. Wir haben uns von Anfang an nie als rein schwulen Club gesehen, sondern waren immer auch Anlaufpunkt für alle, die es etwas bunter und abwechslungsreicher mochten. Das hat die sogenannte „Szene“ in Magdeburg einfach offener und auch ein Stück weit toleranter gemacht. Vielleicht liegt es aber auch einfach an unseren feierlustigen Magdeburgern.

WAS HAST DU VERÄNDERT, ALS DU DAS BOYS’N’BEATS IM NOVEMBER 2009 ÜBERNOMMEN HAST?
Als gelerntem Barkeeper liegen mir natürlich unsere Drinks besonders am Herzen. Von Wodka bis Tequila gibt es für unsere Gäste allerhand Neues zu entdecken. Unsere neue Karte mit über achtzig Cocktails war pünktlich zum CSD fertig. Außerdem haben wir die Toiletten auf Vordermann gebracht – immerhin sind auch die immer das Aushängeschild eines guten Ladens. Anstelle von einem festen Resident-DJ sorgen jetzt zudem drei wechselnde Unterhalter für volle Tanzflächen – und auch in Sachen Licht konnten wir mit modernen LED-Effekten an der Bar und an der Tanzfläche so einiges verschönern.

WWW.BOYSNBEATS.DE

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