CSD Berlin 2011

UFA in Farbe

Frauen_sind_doch_die_besseren_Diplomaten

(gayBrandenburg - Kult) Die Ufa wird meist mit Schwarzweißfilmen assoziiert. Doch in den späten 1930er Jahren kam mit Agfacolor auch in Deutschland die Farbe zum Spielfilm. Eine Entwicklung, die der NS-Staat forcierte, um mit der amerikanischen Filmindustrie und Produktionen wie „Vom Winde verweht“ gleichzuziehen. Insgesamt dreizehn abendfüllende Farbfilme entstanden zwischen 1939 und 1945: Unterhaltsames, Melodramatisches, Ideologisches und Propagandistisches. 

Der Band „UFA in Farbe – Technik, Politik und Starkult zwischen 1936 und 1945“ (Collection Rolf Heyne) vereint in jahrelanger Arbeit zusammengetragene Standbilder, Starpostkarten und Plakate und rückt sie in den Kontext ihrer Produktionsgeschichte.  Nun wird das Buch im Rahmen eines Filmabends von den Autoren Gert Koshofer und Friedemann Beyer im Filmmuseum Potsdam vorgestellt. 

Der Filmhistoriker Gert Koshofer wird dem Filmmuseum eine Sammlung rarer, farbiger Kinoaushangbilder, die bislang in keinem deutschen Filmarchiv zu finden waren, als Dauerleihgabe überlassen – eine wertvolle Ergänzung für den Fotobestand zur Geschichte des Babelsberger Filmstudios. Drei dieser Bilder sind bereits in der neuen Dauerausstellung „Traumfabrik – 100 Jahre Film in Babelsberg“ präsentiert.

Frauen sind doch bessere Diplomaten
R: Georg Jacoby, D 1939/40
Um die Politiker von der Schließung seiner Spielstätte abzubringen, schickt der Direktor eines traditionsreichen Homburger Kasinos seine reizende Nichte, die Tänzerin Marie-Luise, nach Frankfurt zur Nationalversammlung. Unterwegs läuft sie jedoch den Soldaten in die Arme, die bereits entsandt wurden, um den Schließungsbefehl zu vollstrecken. Marie-Luise wird gefangen genommen, flüchtet listig und verliebt sich nebenbei in den Befehlshaber der Truppe …

 
Der erste lange Farbfilm der Ufa entfaltet seine Wirkung neben dem Starauftritt von Marika Rökk vor allem durch bunte Kostüme in historischem Ambiente. Die Außenaufnahmen entstanden teilweise im Babelsberger Schlosspark.

Opfergang
R: Veit Harlan, D 1942-44
Albrecht Froben, ein temperamentvoller Hamburger Patriziersohn, heiratet die aristokratisch-kühle Octavia. Doch bald erliegt er den Reizen der lebenslustigen Finnin Aels. Schatten legen sich auf diese Beziehung: Aels ist unheilbar krank und Albrecht übersiedelt mit seiner Frau nach Düsseldorf. Fast stirbt Aels an der Trennung von ihrem Geliebten. Zurück in Hamburg, treibt Octavia ihren Mann in die Arme der Sterbenden, da sie selbst Albrecht nicht das geben kann, wonach er sich sehnt. Als nun auch Albrecht schwer erkrankt, tritt sie ihren schwersten Opfergang an.
Laut Veit Harlan sah sich Goebbels dieses Melodram immer und immer wieder an, murmelte etwas von „Todeserotik“, gab ihn allerdings nicht zur öffentlichen Vorführung frei. Erst kurz vor Kriegsende gelangte „Opfergang“ in die deutschen Kinos und ein Millionenpublikum kam, um das eigene Leid angesichts des scheinbar viel größeren Leids auf der Leinwand – in Agfacolor –zu vergessen.

24. November 2011, UFA in Farbe
Kartenreservierung: 0331 271 81 12
Filmmuseum Potsdam, 14467 Potsdam, Am Marstall/ Breite Straße 1a

www.Filmmuseum-Potsdam.de
Bild: Filmmuseum Potsdam
Quelle: PM Filmmuseum Potsdam 

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