Wir brauchen ein Bündnis aller Kräfte!

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marcelkloseIst Marcel Sven Klose jetzt der "Buhmann" der LSBTTIQ* - Community in Brandenburg oder spricht er nur das aus, was viele denken? Mit dem SPDqueer-Landesvorsitzenden, der im Havelland lebt, haben wir einiges zu besprechen ...

Möchte die SPDqueer Brandenburg die LesBiSchwule T*our abschaffen?
M.K.: Auf keinen Fall. Wir freuen uns über die hohe Motivation des Tourteams und möchten, dass darum die Wirkung der LesBiSchwulen T*our im ländlichen Bereich wieder spürbarer wird.

Der SPDqueer Brandenburg wird vorgeworfen, keine Ahnung und keine Angebote der Unterstützung gemacht zu haben.
M.K.: Die SPDqueer Brandenburg war und ist immer zur Unterstützung bereit. Auf Wunsch des CSD-Vereins in Cottbus haben wir zum Beispiel den Kontakt zwischen Aktivist*innen und den politischen Vertreter*innen in der Stadtverordnetenversammlung und im Landtag hergestellt. Wir haben überfraktionell für LSBTTIQ*-Themen geworben und dadurch erreicht, dass die Regenbogenflagge zum CSD 2018 wieder vor dem Stadthaus wehte. Wenn also ein Bürgermeister der Meinung ist, die Regenbogenfahne nicht zu hissen, haben wir als Partei Mittel und Möglichkeiten über die Parlamente vor Ort um Mehrheiten zu werben. Man muss uns nur fragen.

Die LesBiSchwule T*our fand in diesem Jahr in fünf Städten im Havelland statt. Vier Städte haben ohne Probleme die Fahne gehisst. Nauen hat nicht gehisst. Was ist schief gelaufen? Du musst es ja wissen, du kommst ja von hier ...
M.K.: Zunächst wurde die T*our im Havelland ohne Einbeziehung von kompetenten Ansprechpartner*innen vor Ort (z. B. der Gleichstellungsbeauftragten im Landkreis Havelland) geplant. Das halte ich für suboptimal, denn hier hätten im Vorfeld wichtige Kontakte hergestellt werden können. In Nauen wurde die Verwaltung schriftlich aufgefordert, sich durch Regenbogenflaggenhissung und Vergabe eines Standplatzes an der T*our zu beteiligen. Leider wurde kein Versuch unternommen mit Unterstützung der zivilgesellschaftlichen Organisationen und der Community vor Ort durch Argumente zu überzeugen, sondern es wurde bei Nichtbefolgen mit negativer Berichterstattung gedroht. Der Presseartikel, in dem die Zusammenarbeit mit der Stadt Nauen vom Veranstalter der T*our als besonders negativ bezeichnet wurde und den Verwaltungsmitarbeiter*innen unterstellt wurde, sich nicht für gesellschaftliche Vielfalt zu positionieren, sondern sich im Verwaltungsdickicht weg zu ducken, sorgte für erhebliche Irritationen in der Verwaltung und in der Zivilgesellschaft. Wir hätten uns eine respektvolle und auch inhaltliche Zusammenarbeit unter Einbeziehung aller Akteure im Vorfeld in Nauen gewünscht.

Was hat es auf sich mit dem Vorwurf der "ortsfremde Aktive betreiben einen Infostand auf einem leeren Markt"auf sich?
M.K.: Ich habe großen Respekt vor dem Engagement des jugendlichen Tourteams. Um so ärgerlicher ist es, wenn diese Einsatzkraft nach einem Tag verpufft. Es ist doch viel zu oft in den letzten Jahren so gewesen, dass das Tourteam auf menschenleeren Marktplätzen steht und sich eigentlich niemand für sie interessiert. Da muss konzeptionell neu gedacht werden. Die Verwaltungen und zivilgesellschaftlichen Kräfte vor Ort müssen daher einbezogen werden. Ein Gesamtpaket, in dem sowohl die Jugendlichen auf (politische) Strukturen im ländlichen Brandenburg vorbereitet als auch die Verwaltungen, die Gleichstellungsbeauftragten, die Schulen und NGOs vor Ort einbezogen werden, kann da nachhaltigere Wirkung zeigen.

Ist das Projekt LesBiSchwule T*our nicht Sache der beiden Trägervereine? Warum geht das etwas die SPDqueer Brandenburg an? Es kann doch jeder tun und lassen was er will?
M.K.: Die LesbiSchwule T*our ist ein Projekt, das mit bestimmten Aufgaben im Landesaktionsplan “Queeres Brandenburg” definiert ist. An diesem vom Landtag beschlossenen Aktionsplan hat neben anderen demokratischen Parteien und Organisationen auch die SPDqueer Brandenburg mitgewirkt. Es ist unser politisches Ziel, an der Evaluation des Landesaktionsplans weiterhin mitzuwirken und seine Ausführung als politisches Instrument zur Stärkung und Verstetigung der LSBTTIQ*-Interessen im Land Brandenburg aktiv zu begleiten. Dazu gehört auch, konstruktiv zu unterstützen, um die im Aktionsplan definierten Ziele erfüllen zu können.

Wie sollen Gräben zwischen der LSBTTIQ*-Community überwunden werden?
M.K.: Grundsätzlich versucht die SPDqueer Brandenburg Vertreter*innen der LSBTTIQ*-Community für gemeinsame Gespräche an einen Tisch zu holen und gemeinsame Veranstaltungen zu organisieren. Dieses Angebot wird jedoch nur von einem Teil der Organisationen angenommen. Wir fordern, dass die gesamte Community an den Vorbereitungen der LesBiSchwulen T*our teilnimmt. Dazu brauchen wir ein Bündnis aller.

Im nächsten Jahr findet wieder eine LesBiSchwule T*our statt. Wenn Du in die Zukunft schaust, was siehst Du da?
M.K.: Wir sehen auf jeden Fall eine gemeinsame T*our ohne Diskriminierungen und Ausgrenzungen innerhalb der LSBTTIQ*-Community. Wir können uns eine Auftaktveranstaltung vor dem LaLEANDER in Potsdam oder eine Abschlussveranstaltung im Gladhouse Cottbus vorstellen. Ganz sicher wäre eine Eröffnung der Ausstellung WALK WITH PRIDE anlässlich der LesBiSchwulen T*our sehr reizvoll. Ein Aktionstag mit den Schulen des Landkreises wäre ebenso sinnvoll. Wie die T*our aussehen wird, sollte ein Organisationsgremium entscheiden, in dem sich alle Akteur*innen der Brandenburger Community wiederfinden. Das macht die T*our dann sicher bunter und vielfältiger als aus der Einzelsicht nur eines Vereins oder einer Partei. Wenn das gelingt, dann sehen wir eine tolle Kampagne von und für Brandenburger LSBTTIQ*.

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