Zwischen Knatsch und Lösung

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Ein Schlagabtausch via Presseartikel und Video und ein Statement der SPDqueer Brandenburg sorgt für helle Aufregung unter einigen LSBTTIQ* - Aktivistinnen und Aktivisten. Es ist die Rede von "Unsolidarität, Denunziation und Hetze gegen ein bewährtes und gewachsenes Projekt".

[gayBrandenburg-Aktuell] Die Rede ist vom ältesten brandenburgischen Aufklärungsprojekt zu nicht-heterosexuellen Leben "LesBiSchwule T*our". Jährlich im September zieht eine bunte Truppe von queeren Engagierten durch die Städte eines Landkreises und versucht Vielfalt und Aufklärung via Regenbogenflaggenhissung vor Rathäusern, Infoständen auf Marktplätzen und mittels Workshops oder Lesungen in Schulen und Bibliotheken vor Ort zu bringen. Organisiert wird das Projekt durch den Verein AndersARTiG und Jugendlichen, die hauptsächlich dem Jugendnetzwerk Lambda angehören.

Entfacht wurde die öffentliche Auseinandersetzung durch eine Berichterstattung der Märkischen Allgemeinen Zeitung, anlässlich des diesjährigen Touraufenthaltes in der havelländischen Stadt Nauen. Der hiesige Bürgermeister lehnte zwar eine Regenbogenflaggenhissung vor dem Nauener Rathaus ab, aber nach gayBrandenburg-Informationen, unterbreitete die Nauener Verwaltung zeitgleich alternative Vorschläge. Trotzdem wirft der Leiter der Landeskoordinierungsstelle für LesBiSchwule und T*rans Belange des Landes Brandenburg (LKS) Lars Bergmann den städtischen Verantwortlichen in Nauen in einem ersten Artikel vor, die Aktion nur ungenügend zu unterstützen. „In diesem Jahr tut sich die Stadt Nauen im negativen Sinne besonders hervor. Im Namen des gesamten Kampagnenteams möchte ich unser Befremden über die Zusammenarbeit mit der Stadt Nauen zum Ausdruck bringen“. Gleichzeitig findet er, dass "In Zeiten, in denen reaktionäre Ideologien neuen Boden gewinnen, hätte es grade der Stadt Nauen besser zu Gesicht gestanden, sich hier klar für gesellschaftliche Vielfalt zu positionieren anstatt sich im Verwaltungsdickicht weg zu ducken."

Diese Äußerungen riefen nun wiederum beim Landesvorsitzenden der SPDqueer Marcel Klose eine öffentliche Gegenrede hervor. In einem Interview mit derselben Zeitung zwei Tage später, nahm der im Havelland lebende SPDqueer-Aktivist, der auch im Landesvorstand der Landes-SPD sitzt, die Stadt Nauen in Schutz: „Nauen bleibt nach wie vor eine bunte Stadt und viele demokratische Menschen – einschließlich des Nauener Bürgermeisters, der sich ebenfalls für das Fortbestehen des Toleranzfestes eingesetzt hat – bemühen sich, dass das auch so bleibt.“ Mit seinen nachfolgenden Äußerungen im selben Artikel, trifft er das Organisationsteam offensichtlich an einem kritischen Punkt. Diese richtet sich an die mangelnde Wirksamkeit des Projektes, "nachdem der mit 19 ortsfremden „Aktivisten“ (ein Infostand - Anm. Redaktion) auf einem vormittäglichen leeren Markt betrieben wird.". Stattdessen fordert er dass "... auch die zivilgesellschaftlichen Kräfte vor Ort eingebunden werden". Klose sieht vor allem das Konzept des Projektes als veraltet und nicht mehr zielführend an. Dabei führt er als Begründung den erst 2017 beschlossenen Landesaktionsplan an, der u. a. die Verstetigung des Projektes "LesBiSchwule T*our" zum Ziel hat.

In einem emotionalen Video mit dem Motto: "Was gesagt werden muss!" im sozialen Netzwerk Facebook äußerten sich daraufhin die überwiegend jugendlichen Tourteilnehmenden und werfen den queeren Sozialdemokraten Unwissen und Ahnungslosigkeit vor. "Niemand von Euch hat sich je über das Konzept der Tour mit uns unterhalten oder Unterstützung bei der LesBiSchwulen T*our angeboten." ist einer der Hauptvorwürfe. Außerdem zeigten sich die queeren Jugendlichen irritiert über den "schlechten Stil" und darüber, dass die Auseinandersetzungen per Presse geführt würden. Des Weiteren argumentierten sie, dass sie 62 Bibliotheken, 26 Erziehungs- und Beratungsstellen und 130 Schulen und Jugendeinrichtungen im Einzugsgebiet der LesBiSchwulen T*our angeschrieben hätten. Sie bedauerten, dass sehr viele Angeschriebene kein Interesse zeigten und begründeten dies mit der Ignoranz und der Homo- und Trans*feindlichkeit nicht nur im Land Brandenburg. Dieses Video wurde in einer gesponserten Anzeige via Facebook verbreitet und brachte der SPDqueer viele kritische Kommentare ein.

Nun sorgt ein jetzt auf der Internetseite der SPDqueer Brandenburg veröffentlichtes Statement für Furore. AndersARTiG-Galionsfigur Eva LaBosse erhebt nun deswegen den Vorwurf "der Entgleisung durch die SPDqueer Brandenburg" via Facebook-Kommentar. Die queere Arbeitsgemeinschaft schlägt dabei unter dem Motto "Zusammen gestalten - Gemeinsam wirken!" 15 Maßnahmen vor, die das Projekt auf neue Beine stellen könnten. Das Papier, dass erkennbar keinerlei verbale Vorwürfe weder gegen das Tourteam noch gegen die Trägervereine enthält, wird ziemlich konkret. Unter anderem schlägt die SPDqueer Brandenburg die Gründung eines landesweiten Rainbow-Bündnis vor, dass alle aktiven LSBTTIQ* des Landes an einen Tisch holt, um die Wirksamkeit der LesBiSchwulen T*our oder ähnlicher Projekte zu erhöhen. Für erhöhte Herzschläge beim Tourteam und insbesondere beim Leiter der Landeskoordinierungsstelle dürfte der Vorschlag sorgen, dass die Initiative CSD Potsdam die Organisation der Auftaktveranstaltung zukünftig übernehmen könnte.

Lesen Sie auch das Interview mit Marcel-Sven Klose vom 30.10.2018


Foto und Text: gayBrandenburg

SPDqueer Brandenburg

LesBiSchwule T*our (Facebook)

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