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DGB Regenbogenfahne ruft Begida-Gegendemo auf den Plan

Zwischenablage01[gayBrandenburg.de-aktuell] Am Montag, dem 02.07.2018, wurde die erstmalige Hissung der Regenbogenfahne vor dem Bundesvorstand des Deutschen Gewerkschaftsbundes, DGB, mitten im Zentrum von Berlin durch eine angeblich spontane Gegendemonstration von BEGIDA-Vertretern (Berliner gegen die Islamisierung des Abendlandes) überschattet. Die ca. 50 Begida-Vertreter, die sich zeitgleich mit der offiziellen Flaggenhissung und Ansprache der stellv. DGB Vorsitzenden Elke Hannack gegen 18:00 Uhr ganz in der Nähe der DGB Zentrale, auf der anderen Seite des S-Bhf  Hackescher Markt und somit zunächst unbemerkt von den Teilnehmern der eigentlichen Flaggenhissung versammelt hatten, warteten ab, bis die Teilnehmer der offiziellen Flaggenhissung gegen 18,45 Uhr den Platz verlassen hatten, um diesen unmittelbar danach zu besetzen. Vor den entsetzten Augen der letzten 3 anwesenden leitenden Vetreter des DGB (Thomas Fischer, Abt.-Ltr. Grundsatzfragen DGB Bund, Christian Hoßbach, DGB Vorsitzender Berlin-Brandenburg und Carsten Bock, DGB Arbeitskreis LSBTI Bln.-Brbg und Vertreter des ver.di BAK LSBTTIQ) schwenkten die Teilnehmer der Gegendemonstration mehrere Deutschlandfahnen, eine überdimensionale Staatsflagge des Königreiches Preussen (1892-1918) und mehrere Transparente wie "Widerstand lässt sich nicht verbieten".

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Die Polizei war auch sofort mit einem grösseren Aufgebot vor Ort, die sich u.a.sofort in Vierer-Kette vor die Regenbogenfahne stellten und mit mehreren Einsatzfahrzeugen und ca. 30 Polizeikräften das DGB Gebäude sicherten. Weitere Polizeikräften standen als Reserve in den Nebenstrassen, u.a. eine Fahrzeugkolonne über die gesamte Spandauer Str. zwischen Garnisonkirchplatz und Alexanderplatz. Untern anderem dem sofortigen und stringenten Auftreten der beteiligten Polizeikträfte war es zu verdanken, dass es zu keinerlei Zusammenstößen kam. Nach deren, im persönlichem Gespräch geäusserten Einschätzung, handelt es sich um eine nicht das erste Mal "spontan" auftretende BEGIDA-Demo, die speziell als rot, oder wie sie sagen "linksgrünversifft" bezeichnete Orte besetzen und damit ihren Anspruch durchzusetzen, diese Plätze in der Gesellschaft künftig selbst einnehmen zu wollen, bzw. mit eigener Sichtbarkeit und provokativem Auftreten einen gesellschaftlichen Wandel einzuleuten. Wie es dann weitergehen würde, hat bereits 2004 der US-Amerikanische Geschichtsprofessor Robert Paxton eindrucksvoll formuliert, also noch vor dem Auftreten von AfD und Begida: "Faschismus ist ein politisches Verhaltens, das gekennzeichnet ist durch eine obsessive Beschäftigung mit Niedergang, Demütigung oder Opferrolle einer Gemeinschaft und durch kompensatorische Kulte der Einheit, Stärke und Reinheit, wobei eine massenbasierte Partei von entschlossenen nationalistischen Aktivisten in unbequemer, aber effektiver Zusammenarbeit mit traditionellen Eliten demokratische Freiheiten aufgibt und mittels einer als erlösend verklärten Gewalt und ohne ethische oder gesetzliche Beschränkungen Ziele der inneren Säuberung und äußeren Expansion verfolgt."

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Man muss es also ganz klar sagen, dass hier war nicht eine harmlose Ansammlung ewig Gestriger und kleingeistiger Wutbürger - das ist ein gezielter Angriff auf die Demokratie und Grundwerte unserer Gesellschaft - erst mit ihrem Auftreten sich in die Opferrolle manövrieren, um als künftige Lösung dann was anzubieten? Das letzte Mal waren es Notstandsgesetze, Verbot der Gewerkschaften und Tötung von tausenden Homosexuellen. Die beteiligten DGB Vertreter waren sich darin einig - die Lösung kann künftig nur darin liegen, dass die Gewerkschaften die Plätze selbst besetzen und den rechten Kräften keinen Platz überlassen und keine Möglichkeit sich dort zu präsentieren.  Ach ja, einzelne Begida-Vertreter hatten u.a. Thomas Fischer vom Büro des  DGB Bundesvorstandes aufgefordert, sie zu unterstützen was dieser erbost zurückwies, denn nur die allerdümmsten Kälber, die wählen ihren ..... ......., es bleibt zu hoffen, dass dem DGB beim nächsten Mal gelingt, genug Teilnehmer zu finden, die solch Treiben Einhalt gebieten.


 

Fotos: (c) gaybrandenburg.de/Carsten Bock